Liebe Gemeinde,
die sieben Wochen zwischen Ostern und Pfingsten sind geprägt von der Freude über die Auferstehung Jesu Christi.
In den Schrifttexten hören wir, wie sich der Glaube an den Auferstan-denen unter den Menschen verbreitet. Am 50. Tag endet die Osterzeit mit dem Pfingstfest, dem Fest des Heiligen Geistes.
Der Heilige Geist ist für viele Menschen der große Unbekannte. Doch die Heilige Schrift hilft uns mit Bildern wie „dem Schöpfer“ und „dem Tröster“ diesen Geist Gottes zu verstehen. Er ist der Beistand, den Jesus uns versprochen hat.
Wichtig ist, dass wir ganz persönlich die Kraft des Heiligen Geistes erbitten, dass wir für diese empfänglich werden und aus ihr leben.
Dabei können auch kurze, stets wiederholte Gesänge eine Atmosphäre der inneren Sammlung und des Betens zu Gott schaffen.
Für mich persönlich sind dies Lieder aus Taize.
Der Gründer Frère Roger hat die Bedeutung dieser Gebetshaltung einmal wie folgt umschrieben: "Schlichtheit im Herzen führt ins kontemplative Gebet. In ihm kann man sich ganz Gott überlassen, sich zu ihm hintragen lassen.“ Der kurze Gesang „Veni Sancte Spiritus“, mit dem um das Kommen und Wirken des Heiligen Geistes gebetet wird, erfüllt mich persönlich beim Singen immer wieder neu mit Stärke, aber auch mit Ruhe und Gelassenheit, weil mir dabei bewusst wird, dass ich nicht „nur“ aus eigener Kraft zum Glauben an Jesus Christus komme. Ich darf auf das Wirken des göttlichen Geistes vertrauen.
Wir Christen achten Gottes Gaben hoch, nicht zuletzt die Vernunft. Aber Pfingsten erinnert uns daran, dass uns über den Verstand hinaus auch ein Licht aufgehen kann. Dieses Licht ist ein lebendiges Licht und in der Sprache unseres Glau-bens das Feuer des Heiligen Geistes. Es ist unverfügbar und auch nicht abrufbar wie die Daten, die in einem Computer gespeichert sind.
Das Licht des Heiligen Geistes besitzt niemand einfach so. Vielmehr muss es wie die Liebe immer wieder neu gesucht, erneuert und vertieft werden. Er vermag unsere Herzen zu wandeln und wird von Gott „ent-zündet“. Mögen wir uns diesem Wirken des Heiligen Geistes öffnen, dass Er uns erleuchtet, begeistert, stärkt und unsere Herzen öffnet für Gottes Gegenwart.
Karin Marcinkowski, Gemeindereferentin